Nachdem er lange Jahre ein Geheimtipp war, wurde Bäcker Gruhn in Endenich in der Frongasse (gegenüber Harmonie) letztes Jahr von Feinschmecker-Lesern zu einem der besten Bäcker Deutschlands gekrönt. Seitdem ist der Laden noch voller als sonst, was ich angesichts der hohen Qualität und der moderaten Preise gerne in Kauf nehme. Denn wo gibt es noch einen Bäcker, dessen Verkaufraum nah an der Backstube ist? Der sein Sortiment entwickelt und dabei aber nicht auf fertige Mischungen zurückgreift, sondern seine Handwerksehre einsetzt und hervorragende Brötchen, Brot und vor allem auch Torten kreiert? Die Torten haben jenen speziellen Touch, der ihre (im positivsten aller positiven Sinne) Hausmacherqualität garantiert: sie sehen halt aus wie Torten, die ein Profi in der Nacht von Samstag auf Sonntag herstellt, damit Sonntags bis 16 Uhr die Kaffeekränze gebührend beliefert werden können. Hübsch und ab und an mit jenen winzigen optischen Schönheitsfehlern, die jedem ambitionierten Hobby-Patissier halt auch unterlaufen würden. Geschmacklich können sie aber mit allem mithalten, was badische Hausfrauen für eine Hochzeit auftischen würden. Diese haben die höchsten Qualitätsansprüche überhaupt und stellen somit Gütekriterium Nr. 1, das Gruhn voll erfüllt.

Wer in Bahnhofsnähe Lust auf Gruhn-Brötchen hat, kann diese auch im Feinkostladen auf der Ecke Meckenheimer Alle/ Quantiusstraße kaufen.
Bäckerei und Konditorei Gruhn

Frongasse 33, 53121 Bonn, Tel. 623680

Mo-Fr 06.30 -18.30 Uhr; Sa 06.30-13.00; So 08.00-11.00 Uhr.

www.konditorei-gruhn.de

Mein Artikel in SCHNÜSS, Ausgabe 12/2006, war folgender:

Mit Liebe zum Detail

Nachdem er lange Jahre ein Geheimtipp war, wurde Gruhn in Endenich letztes Jahr von Feinschmecker-Lesern zu einem der besten Bäcker Deutschlands gekrönt. Seitdem ist der Laden noch voller als sonst, was ich angesichts der hohen Qualität und der moderaten Preise gerne in Kauf nehme. Denn wo gibt es noch einen Bäcker, dessen Verkaufsraum nah an der Backstube ist? Der sein Sortiment entwickelt und dabei nicht auf fertige Mischungen zurückgreift, sondern seine Berufssehre einsetzt und hervorragende Brötchen und Pâtisserie kreiert?

Die Liebe zum Beruf ist Konditormeister Stephan Krüger wichtig und das merkt man bei jedem seiner Backwerke. Während er Fotos von früheren Aufträgen zeigt, leuchten seine Augen: Ein tischgroßer chinesischer Drache aus Schokolade, ein Kreuzfahrtschiff als Torte – bisher haben sie noch alle Kundenwünsche umgesetzt. Dies gilt auch für den Alltag: Wichtig ist Krüger das gute Verhältnis zu seinen Kunden, das es ihm ermöglicht, auch weiterhin konstant hohe Qualität zu liefern. Dafür fährt er dann auch mal etliche Kilometer, um spezielle Pflaumen für seine Kuchen zu holen, weil er findet, dass sie besser schmecken. Oder bäckt zwei Croissants mit Spezialgarnierung für einen Kunden.

Das Geheimnis seiner Brötchen liegt in der langen Teigführung und der Handarbeit beim Formen; Teige benötigen Zeit, um Geschmack zu entwickeln und die lässt Krüger ihnen. Ab drei Uhr morgens bereitet er deshalb mit seinen zwei Auszubildenden die Ware vor.

Fazit: Weiterhin uneingeschränkt zu empfehlen; schade nur, dass sonntags nun nicht mehr bis 16 Uhr geöffnet ist.