Wenn man etwa zwei Kilo tollen andalusischen Knoblauch mitgebracht bekommt, hat man ungefähr drei Möglichkeiten, damit umzugehen:
Erstens: ihn nach und nach aufbrauchen und dabei in Kauf nehmen, dass diese seltene und kostbare Ware (der meiste Knofi wird mittlerweile aus China importiert!!) irgendwann schrumplig wird, schimmelt oder vorher dem Knoblauchwurm zum Opfer fällt. Letzeres ist kein schlechter Scherz zur späten Stunde: aus vielen Zehen krabbelten kleine Würmchen. Urgs.
Zweitens: eine große Knoblauchparty machen. Fällt zwecks Zeitmangel und einer nur kleinen Fangemeinde aus.
Drittens: Den Knoblauch konservieren. Und damit kommen wir zu meinen Tätigkeiten der letzten Abende: Recherchieren, was man da so machen könnte. Knoblauchzehen pellen oder zumindest säubern, zerkleinern, einlegen, abwarten. Ich kann nur sagen: zwei Kilo sind verdammt viel!
Meine Recherche-Ergebnisse führten zu zwei Hauptmethoden. Einmal wird der Knoblauch blanchiert und dann in Honig (gerne auch Essigsud) eingelegt. Dann verändert er aber Konsistenz und Geschmack. Und einmal wird er einfach samt Schale in Essig geschmissen und dann muss man Daumen drücken, dass nix gärt oder schimmelt. Beides habe ich getan und bin gespannt wie ein Flitzebogen. Knoblauch in Honig -wie das wohl schmeckt? Der Trick mit dem Essig stammt von einem iranischen Großvater irgendeiner Forumsbesucherin. Angeblich hält das den Knofi lange frisch und trägt dazu bei, dass man ihn dann weiterhin wie gewohnt verwenden kann.
Drei Wochen später: Wie auch in Olivenöl gärt frischer Knoblauch in Essig weiter. Klar, er wurde nicht erhitzt und da ist auch jede Menge Schwefel drin. Es empfiehlt sich deshalb auf jeden Fall, ein stabiles Glas zu verwenden, das ausreichend hoch ist. Wenn man es nur zur Hälfte füllt, bleibt genug Puffer, damit es nicht platzt. Ab und an sollte man den Deckel öffnen — Achtung, es kommen intensivste Knoblauchdüfte heraus! Die Zehen sind bisher proper geblieben und alle Testobjekte ließensich problemlos schälen und anbraten. Manche sind leicht blau geworden; ich schätze, dass dies am Essig liegt.