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Früher war bekanntlich alles anders. Die Winter waren kälter, die Fantaflaschen grüner und im Fernsehen gabs halt nur drei Programme. Das war meistens nicht so schlimm, denn weil auch weniger Autos auf den Straßen fuhren, waren wir eh viel mehr draußen als vor der Kiste. Aber manchmal eben doch. Vor allem, wenn Pumuckl kam. Das harfengleiche Surren, wenn der Kobold plötzlich für Meister Eder sichtbar wurde, werde ich nie vergessen.

Meister Eders Werkstatt in München war gleich in der Nähe der Wohnung meiner Oma. Und noch viel näher lag der Bäcker, in dessen Keller sich Pumuckl mal eingesperrt hatte, weil er einem Dackel folgte. Das sind keine Märchen, den Bäcker gabs wirklich und ich stand als Kind mehr als einmal andächtig im Laden und wartete gespannt, ob ich wohl Pumuckl auch mal sehen würde.

Das hat nie geklappt, doch die Sehnsucht ist geblieben. Sie führte mich, im Gleichschritt mit der Neugier, wie die Gegend heutzutage wohl aussieht, in den Lehel rund um das Sankt Anna-Kloster. Was soll ich sagen: so wie der Berlin-Besucher über den Wandel im Prenzlauer Berg erschrickt, war ich erstaunt über die Karriere des Lehel. Es war immer ein gediegener Stadtteil, doch heute kann man dort von den neugelegten Pflastersteinen essen. Wo der Bäcker war, ist eine edle Bar, die Pannini und Espresso serviert. Nebenan findet sich das Pflichtrepertoire moderner Großstädte: Eismanufakturen, Suppenküchen, Feinkostläden. Nett, proper, bestimmt sehr lecker und – man ist ja nicht irgendwo – bestimmt ein bisschen teurer als im Norden der Republik. Doch mein Nostalgiebedürfnis muss ich wohl einpacken und gut wattiert im Tresor verstauen: für Pumuckl gibts im heutigen Lehel keine Leimkleckse mehr, an denen er kleben bleiben könnte.