Frankreich, Land der Weintrinker: wer so viel länger Erfahrung mit diesem flüssigen Trank hat, ist uns auch in Punkto Günstigweine um einiges voraus. So bietet die Kette Nicolas neben vielen hochwertigen und entsprechend teureren Weinen seit Jahren eine Edition mit dem Namen les petites récoltes (wörtlich: die kleinen Ernten) an.

Wie klein die Erntemengen wirklich sind, wird nicht offenbar. Immerhin ist auf den meist transparenten Flaschen auf buntem Etikett die regionale Herkunft verzeichnet, die angibt, ob der Vin de Pays von den Côtes du Thongue, von den Cotes d’Orange oder einem so schön klingenden Ort wie „la vallée du paradis“ stammt. Die Weine selbst sind einfach und sollten jung getrunken werden, bieten aber für den sensationellen Preis von 2,80 Euro (früher zwischen 5 und 8 Francs!), ein durchaus passables Trinkerlebnis mit differenzierbaren Aromen.

Der „Paradieswein“ hatte starke Anklänge von Schwarzkirsche und Heidelbeere und ließ sich zum Pastagericht hevorragend verzehren. Zu den Rotweinen kann ich grundsätzlich guten Gewissens raten, mit den Weissweinen habe ich allerdings weniger gute Erfahrungen gemacht. Nicolas hat zusätzlich eine leicht teurere, sortenreine Reihe im Angebot, die aber weder den Aufpreis noch den Kauf an sich rechtfertigt: sie schmecken (mir) schlichtweg nicht.

Filialen in Straßburg: Auf der Grande Rue, auf der Rue d’Austerlitz und in einer Querstraße der Kathedrale. Nicolas ist auch in Belgien und in UK vertreten, die Weine sind in diesen Ländern aber um einiges teurer.