Ein kleiner Laden auf dem Kottbusser Damm führt mich zurück zu den Anfängen dieses Blogs. Denn alles begann mit einem immer voller werdenden Notizzettel, auf dem ich die Adressen der Kleinode wie das Pepita notiert hatte. Irgendwann war aus einem Notizzettel eine ganze Kiste voller Visitenkarten, notdürftig beschrifteter Kassenbons und Bierdeckel geworden. Meistens hatte ich dann doch kein Papier dabei, hab irgendwas Beschreibbares bekritzelt mit Kugelschreibern, die auf dem letzten Loch pfiffen. Das konnte so nicht weitergehen- in diese Kisten schaut man ja nie wieder rein und darin schlummern die besten Adressen. Da mich ohnehin ständig Leute nach Tipps fragten, war ein Blog die Idee der Stunde.

Das Sortiment meiner Einträge habe ich in der Zwischenzeit erweitert, doch ab und an entdecke ich Läden, für die ich mir die Adresse überall hin geschrieben hätte.

Nun also zu Pepita: Ein winziges Ladenlokal, nahezu unscheinbar und sehr mutig zwischen Tandur-Bäckerei, Edeka und Dönerbude auf dem Kottbusser Damm 2 angesiedelt. Stünde draußen nicht eine Holztafel, auf der mit Kreide so tolle Dinge wie “heute frischer Mozzarella aus Kampanien”angeschlagen stehen, liefe man vielleicht vollends daran vorbei. Doch die Aussicht auf den Genuss ließ mich endlich eintreten, wozu ich all die Male vorher nicht gekommen war.

Auf etwa vier Quadratmetern sind hier italienische Köstlichkeiten mehr gestapelt als präsentiert, und irgendwo dazwischen steht die charmante Inhaberin und schwärmt mit einem strahlenden Lächeln vom Mozzarella aus ihrer Region. Günstig ist er nicht, aber das ist echter Mozzarella nie und hier bekomme ich die Info, dass er kurz vorher aus Italien geliefert worden ist – besonders alt kann er also noch nicht sein. Der kleine Sohn der Besitzerin sitzt am Nudelregal und malt und will zuerst nicht, dass ich den Käse kaufe, lässt sich dann aber doch überreden.

Ich bezahle, schaue mich noch kurz um und zu meiner Freude bleibt mein Blick an Wein von -tataaa- Antonutti hängen. Dazu muss man wissen, dass ich vor zehn Jahren den Sauvignon von Antonutti getrunken und dann gleich in größerer Menge geordert hatte – und dies zum Glück, denn danach habe ich ihn fünf Jahre lang nicht mehr gefunden. Es war stets der gleiche Dialog in Weinläden- meine Frage nach Antonutti wurde mit einem besserwissenden “Sie meinen bestimmt Antinori!” beschieden, und das, obwohl die Weine mehrfach im Gambero Rosso ausgezeichnet werden. Die Reaktion liess mich mich gedanklich Flüche ausstoßen und praktisch genervt den Laden verlassen. Bei Jaques war der Wein dann kurz zu haben, doch auch diese Quelle versiegte.

Und nun per Zufall die Entdeckung in diesem kleinen Paradies. Meine Favoriten sind der Sauvignon Blanc, der häufig ganz göttlich nach Holunderblüten dufetete und der Merlot, der zu den Weinen gehört, die man immer und mit jedem trinken kann. Anfänger finden einen Zugang und Häufigtrinker freuen sich an den differenzierten Aromen.

Pepita hat außerdem reichlich Pasta, Pesto Öl und zahlreiche Sorten Dolci im Programm. Es wird Kaffee serviert und diverse Sorten davon als Bohne und gemahlen verkauft. Auch wenn es ein bisschen so aussieht, als hätte das Lädchen gerade erst aufgemacht, feierte es am 20.10.2007 bereits sein dreijähriges Jubliäum. Herzlichen Glückwunsch dafür und der Wunsch nach weiterem langen Bestehen ist dann schon ein ganz egoistisches Begehren.

Pepita
Kottbusser Damm 2