Ein Wein für eine Feier sollte es sein, nicht zu teuer entsprechend, da das bei einer Gesellschaft mit vielen Leuten ja eh nicht ausreichend gewürdigt werden kann. Aber auch keine Plörre. Noch nach Ladenschluss ließ man mich bei Paasburg ein, beriet mich trotz laufender Veranstaltung und empfahl Domaine de Bisconte, Côtes du Roussillon, 2005. Ein „toller“ Wein sei dies, ein „großartiges Preisleistungsverhältnis“. Abgesehen davon, dass der Wein anderorts 2 Euro billiger verkauft wird, habe ich mein Lehrgeld reichlich gezahlt: der Wein ist okay, aber das Geld nicht wert. Und von toll kann keine Rede sein, auch nach einer Stunde Luftkontakt nicht. Flach, kurz, ein bisschen Tannin, immerhin wenig Säure. Lakritznoten – aber sonst nicht viel. Tja. Hätte man ihn mir als günstigen Vino aus dem französischen Supermarkt verkauft, hätte ich das auch geglaubt. Nur hätte ich dann nicht so viel Geld ausgegeben. Schade, denn auf die Beratung bei Paasburg habe ich bisher viel gegeben.
Zum Glück hatte ich bei Montparnasse noch zwei Flaschen Syrah von Les Fontanelles mitgenommen. Der ist wirklich verlässlich gut.
Nachtrag:
Zwei Tage später war der Wein gut trinkbar, man könnte ihn sogar als lecker bezeichnen. Aber wann weiß ich schon zwei Tage im Voraus, ob und welchen Wein ich trinken werde?