… so hin und wieder, da kann man das sogar sehn! Was für Christiane Weber gut ist, kann für die Marheineke-Markthalle im Kreuzberger Bergmannkiez nur Recht sein, müssen sich die Betreiber gedacht haben und werkelten, schraubten und sägten, was das Zeug hielt.

Viel kritisiert und  höchst skeptisch beäugt präsentierten sie ihr Ergebnis am vergangenen Samstag der Öffentlichkeit. Und, was soll ich sagen: die Kritiker haben so unrecht nicht. Oder salopp: knapp vorbei ist auch daneben. Denn was der Einbau der lichten hohen Glastüren versprach, was die so lange hantierenden Handwerker halbwegs vermuten ließen, das wurde nicht wirklich erfüllt.

Die große Halle wirkt jetzt wie eine eher gewollt als gekonnt vollgestellte Mehrzweckhalle mit gapelstaplerfestem Bodenlack, eingeteilt in Parzellen und dies durch Plexiglas-und Mdf-Marktstände, denen ein bisschen mehr Charme gut getan hätte.

War es auch am Eröffnungstag voll, so verliefen sich schon heute, drei Werktage später, nicht mehr viele Menschen in die heiligen Hallen. Man kommt sich ohne Menschenmenge reichlich verloren vor, weiss nicht so genau, ob das, wonach man beim Verlassen riecht, asiatisches, türkisches oder griechisches Fritierfett ist, und ist angesichts der nicht wirklich charming Atmosphäre ratlos,weshalb man mehr als auf dem schönen Chamissoplatz für seinen Käse oder das dort wirklich frische und sehr viel vertrauensvoller biologische Gemüse zahlen soll.

Wenn man sich all das wegdenkt, wenn man nur von außen auf den Bau schaut und sich überlegt, was eine Markthalle für einen Stadtteil bedeutet, was sie gar für die ganze Stadt sein kann -dann wird man ein bisschen nostalgisch und noch mehr melancholisch, denn sie hätte schön werden können. Ohne das Innere ist sie es sogar – und am Ende kann man sich darüber freuen, dass Markthallen als urbane Kommunikationspunkte wenigstens versuchsweise geschaffen und erhalten werden.

Ein gutes Haar muss ich belassen: mein Lieblingsschuster, bester, günstigster, kompetentester stadtweit, hat in der Marheineke-Halle auch wieder Quartier bezogen. Deshalb werde ich mindestens ab und an dort Kundin sein.