Das habe ich mir anders vorgestellt: zurückkommen aus Lissabon am 23. Dezember, all die mitgebrachten Leckereien auspacken und sie an einem der Weihnachtstage genüsslich mit Freunden verspeisen. Denkste; im Gepäck war auch eine ordentliche Erkältung, die mich die ganze Woche außer Gefecht setzte.
Irgendwann war ich dann wenigstens wieder fernseh-fähig, sodaß ich mir endlich die Folgen von Jamie at Home ansehen konnte. In der Sendung zu Zwiebeln brutzelt er in einem Outdoor-Holzofen, der mir den Atem raubt und den Neid auf die Stirn schreibt, ganz grandios Kartoffeln und rote Zwiebeln, und zwar in einer Marinade aus Olivenöl (haha, was sonst bei Jamie), Rosmarin, Lorbeer, Butter und: einer halben Flasche Balsamicoessig. Letzteres hört sich erstmal wild an, sieht aber superlecker aus und was man so im Netz liest, hat sich das Rezept bewährt und regte auch in Australien zum Nachkochen und begeisteren Verspeisen an. Mit etwas Glück findet man das Video über diese Seite oder diese.
Das Prinzip:
- Festkochende Kartoffeln (bitte nicht knausern, mindestens 2 kg für 4 Personen, eher mehr; Ofenkartoffeln werden immer aufgegessen! Und welch Katastrophe, davon zu wenig gemacht zu haben!) schälen, vierteln bzw. auf gleichmäßige Form bringen, 3-5 Minuten in Salzwasser vorgaren.
- 5-8 sehr frische rote Zwiebeln (berechnet für die 2 kg) schälen, vierteln oder achteln je nach Größe
- in einer ofenausfüllenden Bratenform (die Kartoffeln sollen nicht schmoren, sondern braten können), ordentlich Olivenöl erhitzen. Jamie macht das so, dass er die Form direkt im Ofen erhitzt, dann das Öl und die Butter (70-100g) reingibt und die Kräuter kurz anröstet. Ich mache das auf dem Gasherde gerne erstmal auf der Flamme, bei Elektroherden empfehle ich die Jamie-Methode. Lorbeerblätter (6-8 Stück, möglichst frische) und ein paar Zweige Rosmarin also hinein in das heiße Fett, eine grob zertrümmerte Knolle (traut euch! wird ja gebacken) Knoblauch dazu, Zwiebeln mit hinein, kurz anrösten.
Dann die ausgedämpften Kartoffeln darauf, salzen, pfeffern. Nun ca 200 ml günstigen Balsamico-Essig aufgießen (Jamie nimmt ca 375ml, ich fand das zuviel). Keine Angst, das Zeug dampft ein und es ist ja eh mehr Zucker als Essigsäure drin. Die Kartoffeln werden so nicht sauer, sondern süß-karamellig. Und jetzt für eine Stunde ab in den Ofen, bei ca 200 Grad. Einmal zwischendurch vorsichtig wenden. Der Balsamico sollte dann einreduziert und Kartoffeln sowie Zwiebeln mit einer braunen Kruste überzogen sein. Kann aussehen wie angebrannt, ist es aber nicht.
Die Kartoffeln werden superlecker; das Gericht ist ordentlich rustikal durch die Zwiebeln, hat einen Bratentouch durch die vielen Röststoffe, und ist durch die Kartoffeln sehr sättigend. Wir hatten gegrillte Champignons dazu, einen Saure-Sahne-Dip und Zucchinigemüse.
In der nächsten Folge widmet sich Jamie bunten Karotten und Roten Beten. Oder besser nur: Beten. Denn er hat auch gelbe und orangefarbene Sorten angepflanzt, die er unter anderem auf dem Grill räuchert. Ich will auch nen Garten …