Es gibt wohl wenige Süßigkeiten, an denen sich die Geister so sehr scheiden wie an Lakritz. Ein schwarzer Himmel auf Erden für die einen, erinnert es die anderen an Hustentee, wenn sie es überhaupt essen können. Auch national scheint es Vorlieben zu geben: süß und weich in Deutschland, eher hart und oft auch salzig und/oder sauer in den Niederlanden, al dente und doch süß in Italien.
Die komplette Palette bieten in Berlin mittlerweile mehrere Läden zu Probe an. Einer davon ist lecker-lakritz.de, der derzeit auf verschiedenen Wochenmärkten (u.a. Maybachmarkt) vertreten ist. Im Angebot ist süßes und salziges Lakritz mit und ohne Gelatine, aus konventionellen und aus Biozutaten und es gibt sogar Lakritz für Gluten-Allergiker. Auch kado in der Kreuzberger Gräfestraße lässt die Herzen der Liebhaber des schwarzen Goldes höher schlagen.
Wer je in Bonn gelebt hat, weiss, wie intensiv Lakritz riechen kann (von der Haribo-Fabrik weht bei günstigem Wind die volle Ladung einmal über die Stadt), doch wer weiss schon, wie es hergestellt wird? Wie ein ausführlicher Artikel in der Dezember-Ausgabe (7-12/07) von “Ernährung im Fokus” beschreibt, werden frische Süßholzwurzeln zerkleinert und dann mit Hilfe von Wasserdampf über Tage hinweg ein dickflüssiger Saft extrahiert. Dieser wird dann fast zwölf Stunden lang eingekocht und schließlich zu Pastillen, Stäben oder Schnecken geformt. Weich wird dieses pure Lakritz erst durch den Zusatz von Naturharz oder, im Falle der hierzulande beliebten Varianten, von Gelatine und ähnlichen Zutaten. Wer es lieber pur möchte, fährt dafür am besten nach Kalabrien – oder schaut mal beim Stand von Lecker-lakritz vorbei.
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