Man mag es Trendsetting oder Häuslichkeit nennen, jedenfalls habe ich es mir in den Kopf gesetzt, nun stricken zu lernen. Angeblich ist das in Berlin gerade total in; das schreibt zumindest die Süddeutsche Zeitung. Ich kann bisher nur häkeln und finde gestrickte Sachen einfach schöner. Die Utensilien kann man natürlich ganz profan im Kaufhaus erwerben. Man kann aber auch der Urigkeit und lokalen Wirtschaftsförderung wegen zum Beispiel die Fadeninsel in der Oranienstraße aufsuchen.

Wenn man Glück hat, sitzen dort traut vereint ein paar frauenbewegt aussehende Frauen, deren Nadeln im Takt klappern und die nur kurz von ihren Strickereien aufblicken. Um sich herum Regale voller Wolle, aber auch voller bereits gestrickter Mützen, Schals, Pullovern und anderen Strickerzeugnissen. Die Beratung erfolgt unaufdringlich und sehr nett und dafür, dass ich nicht weiß, was ich will, ernte ich wissendes Verständnis.

Ich erfahre nebenbei, wie schwierig es ist, das ideale Personal zu finden, bekomme ein Beratungsgespräch mit und gehe irgendwann dazu über, lieber die Mützen zu bestaunen, als die kryptischen Zeichnungen in den angebotenen Strickheften zu entziffern. Das Wollangebot ist laut fachkundiger kollegialer Auskunft hervorragend.
Nach weiterer Beratung im Freundeskreis habe ich mich für Bambus-Rundstricknadeln entschieden und erhalten morgen eine erste Einführung von meiner Kollegin. Strick auf!

Fadeninsel

Oranienstraße 23
U-Bahn Kottbusser Tor.
Advertisements