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Mit ins fremde Land nehmen alle Menschen wohl vor allem ihre kulinarischen Traditionen. Und so ist es eigentlich nur logisch, dass an einem manchmal (menschlich) so unwirtlichen Ort wie Berlin neben all den indischen, thailändischen, türkischen und chinesischen Spezialitäten sich ein Schwabe gedacht hat: Des könne mir au. Un schwupps! hot’r dr Spätzelexpress uffgmacht. Alderle, kann ich da nur sagen, es stimmt immer: Wenn Schwoba ebbs machet, no machet ses riachdig!
Und das ist ein Glück! Denn nur so gelingen Spätzle so locker und unglitschig. Nur so bekommt man die Gratwanderung hin zwischen attraktiv breiter Auswahl und hoher Qualität.

Getestet habe ich die Spinatspätzle mit Pilzrahmsauce und beim zweiten Mal die Käsespätzle. Beides sehr lecker, letztere für meinen Geschmack schon fast zu käsig. Aber nachhaltig sättigend.
Bei der Einrichtung hat man sich an Berlin angepasst, soll ja keiner sagen, man grenze sich ab: ein schnuckelig kleines hole-in-the-wall-Ladenlokal, rot gestrichene Möbel, einfache Speisekarte. Die schwäbisch-spartanische Schäkerversion des preußischen Calvinismus. Nicht so wie gesagt beim Essen: Das ist Original, da wird geklotzt und nicht gekleckert und es gibt sogar eine Salatbeilage. Nach Hunger und Linienbewusstsein kann man zwischen kleinen, mittleren und großen Portionen wählen.
Einzige Konzession an die Preußen: die Länsa met Saitawüaschd heißen dort Linsen mit Wienerwürstchen. Womit bewiesen wäre: Mir kennet sogar Hochdeitsch.

Spätzleexpress
Wiener Straße
U 2, Görlitzer Bahnhof

Nachtrag: In der zitty stand, der Koch sei aus Cottbus. Ts, ts. Aber die Schwaben kommen ja bekanntermaßen ziemlich rum …

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