Karneval ist ein bisschen wie Kaffeetrinken: Erst findet man’s bäh, und wenn man einmal Blut geleckt hat, kommt man nicht mehr davon los. Und man hat dann auch verstanden, dass der eigene Alkoholpegel genauso wie die Zahl fremder Hände am Hintern durchaus kontrollierbar sind. Nichtsdestotrotz nimmt man Alkohol zu sich, und da es zudem an Karneval immer saukalt ist, steigt das Bedürfnis danach, etwas Deftiges zu essen.

Günstiger könnte hierfür die Frittebud in der Bonner Franzstraße nicht liegen: Neben Bla und Nachtschicht und unweit all der Kneipen auf der Maxstraße befindet sich hier ein kleiner, feiner Imbiss. Da is nix mit tiefgekühlte Rindshackfrisbees in die Frittös‘ werfen und zwischen zwei Labberbrötchen quetschen – nee, dat wird vor den Augen des Kunden frisch zubereitet, wird aufgeschichtet mit diversen klassichen und ein paar modernen Zutaten zu einem riesigen Burger, der dann mittels Holzspieß zusammengehalten wird.

Den Burger gibts wahlweise auch als Chicken- oder Fischstäbchenburger und es ist auch ein Veggieburger im Angebot. Letzterer erweist sich als gut gewürzter, aber ein bisschen zu massiver Bratling aus roten Linsen und Kartoffeln. Die mitgeorderte Käsescheibe wurde davon schlicht erschlagen und elegant essen war auch nicht mehr drin: Der Burger war fast 7 cm hoch. Macht nix, ist Karneval und die Klamotten eh schon alle mit dem Bier fremder Leute getränkt.

Besser ein ander Mal als dazu (sonst wirds zu mächtig) ordert man Pommes mit hausgemachter Erdnussoße, die ein Gedicht ist: leicht limonig-scharf durch frischen Ingwer und zwischendurch immer mal wieder knackig durch geröstete Erdnusstückchen.

Wem nach leichterer Küche ist, wählt einen Salat und sucht sich aus, ob er darauf Walnüsse oder Speck und Zwiebeln, vielleicht auch Parmesanspäne oder gebratene Champignons oder doch eher Ziegenkäse oder Hähnchen haben möchte.

Zusätzlich werden Ofenkartoffeln, Curry-Linsensuppe oder Knoblauchkrabben als Snacks angeboten, und wer nun immer noch nicht weiss, was er essen möchte, findet unter den vielen Würsten, den Pastagerichten oder den Aufläufen sein Glück.

Außerhalb der fünften Jahreszeit gibts täglich einen Mittagstisch, der seine Wurzeln in deftiger deutscher Hausmannskost weiß.

Das Essen war stets schnell und angesichts des Andrangs mit beeindruckender Freundlichkeit serviert. Eine Toilette wär noch schön, aber man kann ja nicht alles haben. Auf dem Zoch standen ein paar Dixie-Klos, am besten stellt die Stadt nächstes Jahr an diesen strategischen Punkt auch noch eins auf – die Blumenkübel werden’s danken.

Frittebud
Franzstr. 42
53115 Bonn
0228-6208822
www.frittebud.com

*das ist mein Karnevals-Ohrwurm des Jahres (von De Höhner, ist doch klaar):

„En der Kamellebud jitt et Kamelle
In dr Frikadellebud jit et Frikadelle
Un in der Frittebud jitt et Pommes Frit
Und dä janze Sall, dä singk jetz kräftich met.
En der Kamellebud jitt et Kamelle
In dr Frikadellebud jit et Frikadelle
Un in der Frittebud jitt et Pommes Frit
Dat Leed es einfach un ich hoff et weed ne Hit!“

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