Manchmal packt’s mich, dann will ich klotzen und nicht kleckern, brauche die volle Ladung und backe keine kleinen Brötchen: Der Schmacht nach indischem Essen führte mich innerhalb von vier Tagen gleich viermal zum Inder. Natürlich immer zu anderen und zum Glück haben die meisten Gerichte meine Gelüste erfüllt. Das sah am Anfang nämlich nicht so aus:

Nummer eins war das Guru in der Körtestraße. Immer wieder wird es beworben in Zitty und der kostenlosen Wurfzeitung, die in Kreuzberger Briefkasten landet; zwei Essen für den Preis von einem locken dort die Kunden und man würde original indisch bekocht. Das mag ja sein, denn wenn man diese Aussage genau ansieht, sagt sie erstmal: genau gar nichts aus.  Was ist schon original? Original kann auch die Gewürzmischung und die Fertigsauce sein und orginal ist wohl ebenfalls die grüne und rote Speisefarbe, die die Salatsaucen lustig pink und neongrün färbt. Mein Standard-Test Samosa war okay, aber nicht überaus lecker und das Mittagsmenü-Gemüsegericht sah genau so aus wie dasjenige meines Begleiters, nur ohne Fleisch. Es war schon schmackhaft, aber ein zweites Mal muss ich nicht unbedingt hin. Drinnen ist wenig Platz, wir ergatterten stattdessen einen in der letzten Herbstsonne des Oktobers.

Guru, Körtestr. 30, Kreuzberg, Haltestelle Südstern (U7)

Zweite Station: India auf der Bergmannstraße

Schön ist hier: vorweg gibts pappadums, allerdings die Scharfen, also gleich ein großes Getränk bestellen. Mittags kosten die Gerichte hier 5 Euro, was sich lohnen kann. Geschmacklich in Ordnung, die vegetarische Karte ist etwas enttäuschend, immerhin gibts zu den Gerichten ein bisschen Salat und Pickles und die Soßen haben „natürliche“ Farben. Nicht unlecker, aber auch keine Höhenflüge.Ich hatte das Biryani – eher Pilawähnlich durcheinandergemischt, aber nett gewürzt.

Bergmannstrasse 100, 10961 Berlin
+49 30 6926976

Der Dritte: Chandi, Immanuelkirchstr. 32, Prenzlauer Berg (Nähe Winsstr). In den Genuss der Chandi-Küche kam ich beim Schöneberger Kürbisfest, wo  sich ein Stand des Restaurants in guter Nachbarschaft von Zuckerwatte und Maiskolben befand. Da ich letzteren bereits verspeist hatte, konnte ich von den Test-Samosa nicht mehr mit so viel Appetit wie gewünscht essen. Aber manchmal möchte ich klotzen und nicht kleckern … siehe oben. Dass ich kaum mehr Hunger hatte, war schade, denn die Samosas waren sehr lecker (Kriterien: Kartoffeln und Erbsen in der Füllung, Würzung muss stimmen, Hülle sollte mürb und knusprig sein) und wurden zudem auf einem Kircherebsen-Curry serviert. Dies alles für etwa 2 Euro – ein Schnäppchen sondergleichen. Auch die anderen Speisen sahen lecker und nach „echtem indischen Essen“ aus und dufteten verführerisch. Im Restaurant gibts Mo-Fr sogar einen Mittagstisch von 12-17 Uhr für schlappe 3,80 Euro, außerdem wird ein vegetarischer (!) Partyservice angeboten.

Chandi, Immanuelkirchstr. 32, 10405 Berlin, Tel. 030-4406238.

Station 4: AMRIT am Winterfeldplatz. Eigentlich ist mir diese Quasi-Berliner-Restaurant-Kette nicht sympathisch und zwar genau wegen ihres Kettendaseins, der pompösen Aufmachung und – je nach Standort – den penetranten Gäste-Cachern auf der Straße. Aber die Speisen: alle Achtung! Sehr fein und differenziert gewürzt, eine schöne vegetarische Karte und vor allem: mal etwas außergewöhnliche Speisen darauf. Ich hatte eine mit Cashewkernen und Panir gefüllte und gegrillte Paprikaschote, die gerade richtig gegart auf den Tisch kam. Insgesamt etwas mächtig; vielleicht sollte man sich so ein Sahngericht teilen, aber sehr lecker. Meine Begleiter waren mit ihren Lamm- bzw. Huhngerichten ebenfalls hochzufrieden. Allein der Salat könnte feiner geschnitten (seit mir so viele Zähne fehlen, bin ich für Tomaten_viertel_ nicht mehr zu haben) und dessen Soße etwas besser gewürzt sein.

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