Bonn


So ganz ohne persönlichen Check gebe ich Tipps ja nur selten weiter. Doch da die Quelle sowas von zuverlässig ist, was kulinarische Höhepunkte anbetrifft, sei an dieser Stelle eine Ausnahme gemacht und ein Kleinod weitergegeben: Unweit des Bonner Café Blau (konkret: zwei Häuser links daneben in der Franziskanerstraße) gibt es einen Koreaner, der köstliche und preiswerte Gerichte anbietet und dabei im Mutter-Vater-Kind-Betrieb auch höchst nett im Service ist. Exklusiv samstags wird eine große Schüssel Chapchae zubereitet und an die Fans verkauft. Wat dit is? Ein Salat aus Glasnudeln und gebratenem Gemüse, mit Sojasauce und Sesam gewürzt – sehr schmackhaft.

Gute Bäcker sind selten. Umso schöner ist es, wenn man ab und an einen entdeckt, der noch in der eigenen Backstube produziert und dabei leckere Brötchen, Brote und Kuchen backt. Wem es als Bonner nach Endenich zu weit ist, der hat auf der anderen Rheinseite eine Alternative: Bäckerei Dorfinger in Sankt Augustin. Ein bisschen Engagement kostet es schon, sich aufs Rad zu schwingen und fast bis Augustin-Zentrum in die Uhlandstraße 5 zu radeln. Doch lohnt es sich allemal, sich das kleine Haus mit dem flachen Verkaufslokal aus den fünfziger Jahren als Brötchenziel anzustreben. Neben den ganz hervorragenden normalen Brötchen sind besonders die Mohn-Röggelchen als Spezialität zu empfehlen. Wer sicher gehen möchte, dass bei Ankunft auch noch welche da sind, sollte vorher anrufen: 02241-21168.

Kaum ist man mal ein halbes Jahr nicht da, eröffnen jede Menge neuer Läden. Na gut, jede Menge ist übertrieben, aber dass an der nicht soo frequentierten Ecke Franzstraße/Weiherstraße das ehemalige Babel, die letzte rockig-punkige Kickerbastion, schließt und dafür ein Café eröffnet, das sich dem McDonalds-Stile verwehrt – wer hätte das gedacht? Die einst stets dunklen Fenster geben sich nun viel Mühe, soviel Licht hereinzulassen, wie es an dieser dunklen Ecke möglich ist. Eine Wand ist edel mit einer nachtblau-Gold gehaltenen Tapete dekoriert, ein Teil der Stühle wurde passend dazu ausgewählt und im Gegensatz zu vielen anderen Läden, haben sie es geschafft, für jeden Platz so etwas wie Privatssphäre zu schaffen. Das mag auch daran liegen, dass der Raum an sich nicht sonderlich groß ist – in meinen Augen eine Erholung im Vergleich zu den abwischbaren, kantinenähnlichen Hallen des Giaccomo, Roses und Einstein, in denen man sich verläuft und ständig friert.

Gegessen habe ich im Café König noch nicht, doch wirds nach dem Bonner Bloggerbrunch sicherlich vielzählige Meinungen zur Location und zumindest dem Frühstücksangebot geben, auf die ich schon sehr gespannt bin. Auf bnlog.de gibts schon ein paar Fotos zum Café. (Übrigens war ich vor dem Post auf bnlog im Café und habs mir in meine zu-bloggen-Liste notiert, nicht dass ich der Einfallslosigkeit oder gar des Plagiats bezichtigt werde!)

Café König
Franzstr. 36
53111 Bonn

Karneval ist ein bisschen wie Kaffeetrinken: Erst findet man’s bäh, und wenn man einmal Blut geleckt hat, kommt man nicht mehr davon los. Und man hat dann auch verstanden, dass der eigene Alkoholpegel genauso wie die Zahl fremder Hände am Hintern durchaus kontrollierbar sind. Nichtsdestotrotz nimmt man Alkohol zu sich, und da es zudem an Karneval immer saukalt ist, steigt das Bedürfnis danach, etwas Deftiges zu essen.

Günstiger könnte hierfür die Frittebud in der Bonner Franzstraße nicht liegen: Neben Bla und Nachtschicht und unweit all der Kneipen auf der Maxstraße befindet sich hier ein kleiner, feiner Imbiss. Da is nix mit tiefgekühlte Rindshackfrisbees in die Frittös‘ werfen und zwischen zwei Labberbrötchen quetschen – nee, dat wird vor den Augen des Kunden frisch zubereitet, wird aufgeschichtet mit diversen klassichen und ein paar modernen Zutaten zu einem riesigen Burger, der dann mittels Holzspieß zusammengehalten wird. (mehr …)

Auch wenn mich manche nun der Hofberichterstattung rügen werden: Le Charreau ist und bleibt für mich der beste Laden in Bonn und an sich für französische Weine. Und dies zudem mit einem unglaublichen Preis-Leistungs-Verhältnis: Es gibt dort ein Fläschchen für jeden Geldbeutel, und anders als bei anderen Läden schmeckt der günstigste Wein dort schon so gut, dass man sich mit Vergnügen hocharbeitet.

Le Charreau bietet Weine aus ganz Frankreich (ein bisschen E, I und D ist auch dabei), das Angebot konzentriert sich aber auf Süd- und Südwestfrankreich. Die Philosophie ist eindeutig: Authentische Weine engagierter Winzer. Diese sind manchmal so engagiert, dass sie sich ab und an auf den Weg nach Bonn machen, ein paar ihrer Schätzchen oder Neukreationen und gerade abgefüllten Weine mitbringen und sich gerne auf ein informatives Schwätzchen einlassen.
Wer viel Geld ausgeben möchte, braucht ein bisschen Geduld und Überredungskunst: der Inhaber trennt sich (angesichts der Qualität ja nur verständlich ;-)) ungern von seinen Weinen.

Le Charreau
Kreuzstr. 16 (neben Brotfabrik)
53225 Bonn-Beuel
Tel/Fax +49 (0)228 97 20 654
Mobil +49 (0)170 21 25 714

www.le-charreau.de

Öffnungszeiten:

Mo, Di, Do 15-19
Fr 12-19

Mord im Orient-Express – kein anderer Film hat diesen Luxus-Reisezug so berühmt gemacht. Dieser Zug mit langer Tradition steht für qualitätsbewusstes und genussvolles Reisen. Beides Attribute, die sich der Bonner Orient-Express damit auf die Fahnen schreibt.

Zu Recht, wie ich finde. Denn eins der besten Falalfel-Sandwiches gibts immer noch im Bonner Orient-Express — sorry, Berlin! Sie werden mit viel Petersilie im Teig frisch zubereitet, im Brot wird reichlich Salat und seit neuestem auch Oliven eingewickelt, je nach Servicekraft bedarf es eines Lächelns mehr für eine zusätzliche Peperoni.

Die Falafel sind heiß und knusprig, der Salat knackig, die Soße frisch – für 2,30 ein großer Genuss, der sehr satt macht. Den ursprünglichen Preis von 1,50 konnten sie offensichtlich nicht halten – dafür sind die Sandwiches jetzt aber auch größer.

In allen anderen Bonner Falafelbuden (und den meisten der Berliner!) stimmt irgend etwas (oder alles) nicht: Falafel vorfritiert, Fladenbrot knatschig, Salat welk, Soße eklig… Wer in Bonn ist, sollte in Orient-Express auf jeden Fall Station machen.

Orient-Express
Bertha-von-Suttner-Platz, Bonn, nah der Wenzelgasse.

 

Wie sagte kürzlich jemand so schön: es sind ja nur noch 6 Monate bis Weihnachten und damit man sich gebührend physisch und psychisch darauf vorbereiten kann, hier ein sommerlicher Hinweis auf den hübschesten aller Bonner Läden für alle Liebhaber der essbaren Genüsse: Der Schokoladen in der Bonner Münsterstraße. Sommers wie Winters fühlt man sich als Teil eines riesigen Schoko-Vanille-Eisbechers, umwabert von den köstlichsten Düften nach Schokolade, Karamell und Kaffee. Mittlerweile hat Inhaberin Daniela Caster zig Sorten Schokolade (und was man daraus machen kann) zusammengesammelt und liebevoll in den schokobraunen Regalen präsentiert. Passend zur schulterfreien Jahreszeit hat sie eine Schoko-Bodypaintfarbe entwickelt, deren Verwendung (vor allem Entfernung…) der eigenen Fantasie überlassen ist. Wer bei der Hitze auf solch klebrige Erlebnisse nicht steht, kann sich dennoch mit Eiscafé und Eisschokolade verwöhnen lassen.

In ihrer Vergangenheit scheint Frau Caster Tupper-Vertreterin gewesen zu sein, denn ab und zu schleicht sich in ihre Mails ein Hinweis auf eine nächste Tupperparty. Nach einem sehr gruseligen Erlebnis auf einer Tupperversammlung, auf die ich vor mehr als einem Jahr eher zufällig geraten bin, sehe ich mit großer Skepsis auf diese Produkte bzw. die Firma. Aber der Schokoladen ist wiederum so toll, dass ich diesen Wermutstropfen sportlich nehme und schon überlege, ob man nicht mal eine traumaüberwindende Schokoparty mit Tupperanteil veranstalten sollte…
PS: Ich kanns mir nicht verkneifen; der tollste Ausspruch war bei genanntem Grusel-Event „Und bitte schärfen Sie ihren Kundinnnen ein, dass sie den heissen Tupperbräter [sic!] nicht an den Griffen aus dem Ofen nehmen. Diese brechen sonst ab.“

SchokoLaden

Münsterstr
Bonn-Innenstadt
http://www.schokoschoko.de/

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