Essen gehen


So ganz ohne persönlichen Check gebe ich Tipps ja nur selten weiter. Doch da die Quelle sowas von zuverlässig ist, was kulinarische Höhepunkte anbetrifft, sei an dieser Stelle eine Ausnahme gemacht und ein Kleinod weitergegeben: Unweit des Bonner Café Blau (konkret: zwei Häuser links daneben in der Franziskanerstraße) gibt es einen Koreaner, der köstliche und preiswerte Gerichte anbietet und dabei im Mutter-Vater-Kind-Betrieb auch höchst nett im Service ist. Exklusiv samstags wird eine große Schüssel Chapchae zubereitet und an die Fans verkauft. Wat dit is? Ein Salat aus Glasnudeln und gebratenem Gemüse, mit Sojasauce und Sesam gewürzt – sehr schmackhaft.

Ich war mir ja nie sicher, ob die Speisekarten, die Axel Hacke so oft zitiert, wirklich existieren. Dass es herrliche Übersetzungsfehler gibt, ist klar, aber an den Originalen hatte ich meine Zweifel. Seit neulich ist das anders: eine Leserin habe in Budapest „gebügeltes Hühnchen“ auf der Karte entdeckt. Ich war das nicht, aber: da war ich auch! Jawoll, habs mit eigenen Augen gesehen. Was das sein soll, erläuterte sich bei einem Blick auf die spanische Version der Speisekarte dieses angeblich mit bayuwarischer Küche vertrauten Restaurants: pollo a la plancha, also auf der Platte [hier vielleicht im Kontaktgrill?] gegrillte Hühnerbrust.

Wir hatten dort panierten Schafskäse mit gegrillten Auberginen (sehr mächtig, etwas salzig, aber gut) und Nürberger Roschtbratwürschtl mit Sauerkraut. Auch wieder riesige Portionen, von einem nur mäßig gut gelaunten Kellner serviert. Wahrscheinlich lag das daran, dass er die etwa 60 verschiedenen Obstler im Regal nicht selber trinken durfte.  Wie die Location heißt, weiss ich nicht mehr, aber auf der Kiraly útca in der Nähe der Teréz Körút gibt es nur dieses einschlägige Restaurant – ein Blick auf die Speisekarte lohnt allemal.

Wir sind dort eher zufällig und vollkommen ausgehungert gestrandet. Wer noch mehr Energie zum Herum(oder Zurück-)wandern hat, könnte den überaus günstigen Mittagstisch eines kleinen Restaurants am Hösök tere, gegenüber den Museen ausprobieren.

Dont judge a book by its cover, das wusste schon Mary Poppins. Denn wenn sich ein Laden „Okay Italia“ nennt, hört sich das erstmal ziemlich grausig nach dickem, nicht durchgebackenem Teig mit fettriefendem Belag ohne Geschmack an, serviert bei Ramazotti-Gedudel. Aber wenn man den ganzen Tag Kilometer um Kilometer durch diese Metropole gelatscht ist und spät abends einen tierischen Hunger, doch auf die Optionen im Umkreis nicht so wirklich Bock hat, ist irgendwann alles egal.

Und siehe da: nur der Name ist schrecklich, innen empfängt den Besucher ein freundlicher, moderner Raum mit offenem Mauerwerk, Schieferbrunnen und allerlei jungem Publikum, das sich an den mit karierten Tüchern gedeckten Tischen die Pizza schmecken lässt. Die sieht durchweg dünn und knusprig aus und nur die hausgemachten Spinatgnocchi in Safransauce lenken mich von der Wahl des italienischen Klassikers ab. Die Gnocchi werden ebenso wie die Spaghetti Aglio Olio meines Begleiters in einer standesgemäßen ungarischen Portion serviert – gut, dass wir uns den „kleinen“ Vorspeisensalat geteilt haben. Der war auch frisch, sehr bunt und knackig. Inklusive Getränke haben wir 7500 Forint gezahlt – nicht wirklich teuer.

Sehr hilfreich: das Menu gibts auch auf englisch und italienisch. Közönöm!

Okay Italia
Szent István körút 20 (Filiale: Nyugati tér 6)
In der Nähe der Margit Hid (das ist die Brücke südlich der Margareteninsel)

www.okayitalia.hu


Wer hätte das gedacht: Kaum seufzt man ein ganzes Jahr dem rheinischen Siebengebirge nach, entdeckt man kurz hinter Potsdam ein paar Hügel, die die Sehnsucht zu stillen vermögen. Gut, sie sind nicht so hoch und der Blick auf den Rhein muss dem Blick auf die Havel weichen. Doch sind die armen Ritter, die es dort gibt, gar köstlich.

Aber der Reihe nach: (mehr …)

Mit Besuch im Prenzlauer Berg unterwegs, mittags mal was essen wollen — eigentlich keine große Aufgabe, aber wenn man nicht sooo viel Lust auf Kollwitz- und Helmholtzplatz-Publikum hat, muss man ein bisschen in die Nebenstraßen ausweichen.

Mein Favorit für asiatischen Mittagsschmacht ist das Tofu in der Erich-Weinert-Str. 1, 10439 Berlin.

Da ein Blog-Kollege das Essen schon ausführlich beschwärmt hat, verlinke ich diesmal einfach. Und wo wir schon dabei sind: bei der Suche nach der genauen Adresse bin ich auf einen Artikel über einen Berliner Tofuproduzenten gestoßen. Wat et hier nich allet jiibt.

Eine richtig gute Pizza ist in Berlin leichter zu bekommen als anderswo. Dennoch gibts gute und bessere Orte und die Best Five machen sich gegenseitig Konkurrenz. Einer meiner Favoriten ist weiterhin das Casolare an der Admiralsbrücke. Doch der bessere Service, die grundsätzlich größere Auswahl und die höhere Varianz an Pizze im Molinari kickt das Casolare auf Platz zwei. Wie toll außerdem die Pastagerichte und der Rest der Karte sind, ganz abgesehen vom superfreundlichen Service, ist hier nachzulesen. Ich bin mittlerweile Stammkundin: Auch Mittags kann man hier hervorragend essen, dann kostet ein Großteil der Wochen-Pasta-Angebote zwei Euro weniger.

M. Molinari und K. Koob GbR
Riemannstr. 13
10961 Berlin
Tel.+49 30 6913903

Tagsüber belebt und für „Kaffee und Kuchen“ ideal, ist es auf der Bergmannstraße abends schon etwas schwieriger, eine Location mit sehr gutem Essen zu angemessenen Preisen zu finden. Gut essen: klar, da ist das Bergmann 103, wo sie solide Kochen, das Joséphine, in dem französische Küche zelebriert wird und im Milagro hört sich die Karte stets gut an. Doch richtig nett, auch weil es von Touristen nur selten entdeckt wird, ist das Molinari, das sich auf der Ecke Riemannstraße/Solmsstraße befindet. (mehr …)

Nächste Seite »