im Vorübergehn


Gibt es was schöneres, als ein herzhaftes, höhnisches Lachen? Die gefühlten fünfhunderttausend Oleander an der Kommandantenstraße werden seit ein paar Wochen verkauft. Für nen Zehner der Topf. Erst wars zu trocken, da hingen die Köpfchen schlapp herab und jetzt sind die Bäumchen fast schon unterkühlt. Sind aber noch ne Menge da, also los, Optimisten Berlins: so günstig wirds nie wieder. Vielleicht statt Weihnachtsbaum?

… war da schonmal jemand? … irgendwie so muesste eine Kategorie heissen. Denn es geht mir ganz oft so. Entweder im Vorbeifahren oder vorbeisurfen. So wie hier, hört sich nämlich echt nett an:

http://reuterkiez.net/2008/02/26/vogel-fische-tristeza/

Zufällig bin ich gestern erst dort in der Gegend gewesen. Aber dann doch nicht in der Pannierstraße. Weiter nördlich ist momentan ja auch schon genug im Wandel. Sehr spannend, Boomstadt Berlin.

Ausgerechnet Bananen wolle die Dame, berichtet ein Gassenhauer aus den 1920ern. Und nicht einmal mit einem Oleander konnte der Sänger damals das Herz der Angebeteten erweichen. Vielleicht sollte er’s jetzt nochmal probieren, Vorrathätte er genug: Denn an der Ecke Kommandantenstraße/Beuthstraße in Mitte (ganz in der Nähe der neu benannten Rudi-Dutschke-Straße) entsteht grade eine Art Bar, die von zig hundert Oleanderpflanzen umgeben ist. Wären die Pflanzen nicht, könnte man fast meinen, jemand hätte den kleinen Pavillon dort inmitten der Brachen vergessen: ganz neu ist er und doch im Stil eines florentischen Kirchturms gebaut, mit Zinnen dekoriert und sandsteinfarben gehalten. Sehr hübsch und unweigerlich dazu animierend, sich ein „na, geht doch“ nicht verkneifen zu können. Endlich mal neu gebaute Häuser, die was anderes als viel Glas und Metall zu bieten haben. (Immerhin das zweite dieser Art in Berlin: auch das neue „Gesundheitszentrum“ auf der Bergmannstraße finde ich sehr gelungen und zeitlos eingepasst).

Was genau dieser Pavillon dort will, ist noch nicht genau zu erkennen. Einzige Anzeichen sind Barhocker, die im Innern fest montiert sind und eine riesige Terasse. Vielleicht ein neuer BierOleandergarten mitten in Mitte?

Nachtrag; ernüchtert:

Nun steht es fest, und auf großem Banner angekündigt: Nix Bar, nix Biergarten, sondern echt nur eine Schauwohnung der geplanten Fellini Residences, die an dieser Stelle entstehen sollen. Optisch wie ein toskanisierter Riehmers Hofgarten vorzustellen. Schade ;-(

Grad entdeckt in einem Schlager von 1962, gesungen von Gus Backus:

„Bisschen Denken beim Schenken, weil nicht alles uns gefällt. Bisschen Denken beim Schenken, sonst ist’s schade um das viele schöne Geld.“

Ich finde, das passt gut zum ersten Advent 😉 Frohes Shoppen!

Wer es sich mal anhören möchte, klicke hier (Song 13 auf CD 3)

Manchmal stehe ich vor Restaurants und denke mir: wär es doch jetzt schon Abendessenzeit! Oder: hätte ich doch bloß grad nicht so viel vor! Denn wenn ich die Speisekarte durchlese und sie mir – selten genug – kleine Entzückenskiekser entlockt, dann sollte ich eigentlich sofort hineinstürmen, mir etwas zu essen bestellen und genießen. Das ging in diesem Fall aus verschiedenen Gründen nicht und so muss ich mich allein auf meinen Riecher verlassen, um Da Loretta zumindest das Prädikat „hier geh ich hin, wenn ich mal wieder da bin“ zu verleihen. Denn so herzallerliebst eingerichtet, so verlockend die Speisekarte und so – -für Stuttgart– günstig das Angebot: Das muss ausprobiert werden!

Trattoria Da Loretta
Büchsenstraße 24
70173 Stuttgart
Telefon: 0711. 2 80 45 07
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11:00 bis 1:00 Uhr, sonntags von 17:00 bis 1:00 Uhr.

Ja Herrschaft! Da fährt man ganz unschuldig aus der Stuttgarter Innenstadt gen Westen und kommt dabei – am Klosterlädle vorbei, das man bisher nur in Altötting existent wähnte. Keine Ahnung, was diese schwäbische mentale Filiale in der Breitscheidstr. 47 hervorgebracht hat. Sicher ist nur, dass auch dort wie im Wallfahrtort Salben, Säfte und allerlei geistreiches Gebräu zum Kauf angeboten werden. Von Gott gesegnet sind die Produkte nicht, aber mit einer guten Portion Heilkraft dennoch – meine Schwester schwört auf die Kamillen- und die Rosencreme.

S’Klosterlädle
Breitscheidstr. 47
70176 Stuttgart
www.klosterlädle.de

Immer wieder kam es während meiner ersten Zeit in Berlin vor, dass ich an einer Straßenkreuzung stand und meinen Aha-Effekt mit dem bekannten Klatschen der flachen Hand auf die Stirn begleitet: Ach hier bin ich! So hat sich eines Tages auch der Weg vom Kottbusser Tor (diese Haltestelle ist ein einziges Labyrinth!) zum Maybach-Ufer zu einem Ganzen zusammengefügt. Dies hatte den netten Nebeneffekt, dass ich das Paul-Linke-Ufer als idealen Ort für einen Kaffe in der Sonne entdeckte. Mitsamt diverser netter Läden, die sich ebenfalls dort befinden. Idyllisch und grün am Ufer gelegen, kann man dort Schuhe und hübsche Küchensachen erwerben. Außerdem befinden sich dort die Mosaik-Werkstätten für behinderte Menschen. Dort werden allerlei Artikel hergestellt. In großer Zahl sind dies zum Beispiel gezogene und gegossene Kerzen, die direkt vor Ort für drei Euro per Kilo verkauft werden. Das bietet sich doch gerade in der kalten Jahreszeit als Bezugsquelle geradezu an. Vielleicht findet sich ja auch schon ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk? Drin war ich noch nicht, weil an dem Tag der Entdeckung vor verschlossener Tür stand. Und im Sommer war irgendwie anderes zu tun …

Mosaik-Werkstätten für Behinderte gGmbH
Zweigwerkstatt Kreuzberg
Paul-Lincke-Ufer 42-43
10999 Berlin
Telefon 030 . 61 69 15 – 0
Telefax 030 . 61 69 15 – 15

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