Und dann war da noch …


Als wäre es nicht schon anstrengend genug, die Weisheitszähne (ja, Plural!) gezogen zu bekommen und sich mit den Schmerzen zu plagen, ist die Schlimmste der Strafen auch noch dies: Essen is nich. Zumindest nichts Festes. „In den ersten 24 Stunden nur klare Flüssigkeiten (Tee, Wasser, klare Brühe)“, so informiert mich mein Zahnarzt schriftlich, danach dürfe „für etwa drei Tage“ nur breiförmiges gegessen werden. Oh Gott.

Ein Glück, dass die Schmerztabletten praktischerweise ohnehin den Hunger dämpfen. Und doch ist bald die Lust da auf Pasta, auf knusprige Kartoffeln, auf … ich fühle mich wie der Löwe in „Madagascar“, der von Steaks träumt.

Aber zurück in die Realität: Was also tun, damit die Laune nicht noch schlechter wird, weil nix im Magen ist? Kreativ sein und abwechseln. (mehr …)

Grad entdeckt in einem Schlager von 1962, gesungen von Gus Backus:

„Bisschen Denken beim Schenken, weil nicht alles uns gefällt. Bisschen Denken beim Schenken, sonst ist’s schade um das viele schöne Geld.“

Ich finde, das passt gut zum ersten Advent 😉 Frohes Shoppen!

Wer es sich mal anhören möchte, klicke hier (Song 13 auf CD 3)

Für mein Geburtstagsessen hatten wir auf dem Maybachmarkt und auf dem Herrmannplatz eingekauft und ganz tolle Mangos und rote Spitzpaprika erstanden. Die Paprika habe ich gefüllt, kleine Reste als Salatzutat gewürfelt und die Mangos ganz für Salat reserviert. Das Anrichten hat meine Freundin übernommen und weil die Farben so schön waren, häufte sie mittig auf den grünen Salat in der Schüssel die Mangowürfel, legte entlang des Randes Paprika- und Tomatenwürfelchen im Kreis und als Trennung zwischen beiden Farben einen Kringel schwarze Oliven. So ist ganz zufällig ein Schwarz-Rot-Gold-Salat entstanden. Sollte demnächst wieder ein internationales Essen mit „typischer deutscher Küche“ anstehen, werde ich mir erlauben, als ironischen Scherz diesen Salat zu servieren. Möchte ja nicht ernsthaft des Nationalismus bezichtigt werden ….

Fotos gibt’s leider nicht, aber vielleicht ja bald bei der Reloaded-Version.

Einer meiner liebsten rheinischen Ausdrücke lautet „von Hölzschen auf Stöckschen kommen“, sprich vom hundertsten ins tausendste – ein Effekt der beim Wandern durch blogs ja wohlbekannt ist. Eines dieser Stöckschen trieb ich heute auf, und ich möchte sagen: herzallerliebst. Gefunden habe ich es auf der Suche nach einem Rezept für Cannoli und während der Recherche nach Fondant auf einem italienischen Blog, der sich auf Süßes spezialisiert hat. Dort findet sich unter anderem auch dieses Video – der singende Wandel von einer Beerencharlotte zur Tortendeko:

Nur selten im Leben kommt man in die Verlegenheit, Dinge zu sagen wie: Ach Gott, ich habe so viele Vanilleschoten, ich weiss gar nicht, wohin damit! Oder: Meine Güte, wer soll diese ganzen Trüffel essen! Und dann der viele Safran, das brauche ich doch nie auf!

Manchmal eben doch. Da hatte ich vier Röhrchen mit Vanilleschoten geschenkt bekommen. Schon etwas trocken, aber was solls, das geht ja nicht kaputt. Aber besser wirds auch nicht.

Was also tun? Eine meiner Lieblingsmethoden wählen. Entweder: ab in den Essig. Oder wie hier: volle Pulle. Und zwar Doppelkorn. Darin ziehen die Schoten nun seit Mitte Juli. Und der Geruch wird immer toller, die Farbe immer dunkler. Wenn der viele Alkohol nicht wär, könnte man das Zeug glatt so wegsüffeln. So schützt er sich selbst und wartet auf seinen Einsatz in Desserts und Pralinen. Und die nächste Flasche Korn mit den Safranüberschüssen …

Als ich ungefähr zwölf war, wurde in den damals noch wenigen Programmen (ok, wir hatten tatsächlich schon Kabelfernsehen) immer sonntags eine Sendung ausgestrahlt, die sich da nannte „Essen wie Gott in Deutschland“. Dabei wurde in immer die selbe sterile Küche ein Sternekoch (Köchinnen gab es damals noch weniger) importiert, der ganz der Kunst der Nouvelle Cuisine fröhnte. Ich möchte diese – wenngleich nur optisch und akkustische – kulinarische Erfahrung nicht missen, hat sie mich doch stark geprägt und auf den Weg des foodie und all-edible gebracht. Trotz alledem erinnere ich diese Sendung als etwas steif und steril, waren doch die Zutaten stets schon vorbereitet und die Köche stark gehemmt.

Auf dieser Retro-Linie schwimmt das schweizer Fernsehen mit seiner „l’École des Chefs“: Wieder ein Sternekoch, wieder vorbereitete Zutaten in total unrealistisch gestylten und teuren Porzellanschälchen. Also bitte, welcher Profi tüddelt denn mit diesen Schüsselchen rum? Jedenfalls aber wird diese Sendung von zwei Moderatoren „durchlebt“, die nichts besseres zu tun haben, als Muppetshow zu spielen und sich wie die beiden älteren Herren auf dem dortigen Balkon anzupflaumen und schlappzulachen. Die kleine Übung Schokotörtchen an Mangosauce inszenieren sie als lustigen Staatsakt und bringen mit ihrer -selbstredend vorgetäuschten- Tolpatschigkeit selbst den zunächst bierernsten Chef de Cuisine zum Lachen.

Es ist ja häufig so, dass man Dinge erst dann wahrnimmt, wenn sie nicht mehr verfügbar sind. Genauer nimmt man dann ja eher ihr Fehlen wahr, eine Art Wahrnehmung mal 1 durch x. Bei mir ist dies mein Elektro-Backofen – und das bei aller Liebe zu meinem Gasherd. Diese Liebe reicht allerdings nur für die vier Kochplatten. Denn der Ofen selbst, per Gas beheizt, ist eine einzige Katastrophe. Seit gestern bin ich im Besitz eines Backofen-Thermometers, das ich gekauft habe, um mir und der Welt zu beweisen, dass der Ofen auf Stufe 1 wie 8 fast 300°C heiss ist. Mir wärs lieber gewesen, wenn die Empirie mir diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, aber leider… Nun also offiziell: Mein heiss (haha) geliebter Herd in Bonn, ich habe dir nie meine Zuneigung offenbart, habe dich bloß zweimal im Jahr gereinigt und habe deine Herdplatten oft genug gehasst, wenn diverse Mitwohnende sie mal wieder angelassen haben. Aber du hast mir großartige Kuchenergebnisse garantiert, für die ich dir danken möchte. Seufz. Die Tränen wische ich mir mit meinen chilibenetzen Fingern nun besser nicht aus dem Auge.

Immerhin lassen sich größere Katastrophen durch rechtzeitiges Drehen des Backguts und Einschieben eines Blechs verhindern. Ade nun aber der zarten Obsttartes, ade auch meinen geliebten Schokoladenmakronen und ade aller Weihnachtsbäckerei. Die wird dieses Jahr aber ohnehin eher der Pralinenproduktion zum Opfer fallen.

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