Manchmal packt’s mich, dann will ich klotzen und nicht kleckern, brauche die volle Ladung und backe keine kleinen Brötchen: Der Schmacht nach indischem Essen führte mich innerhalb von vier Tagen gleich viermal zum Inder. Natürlich immer zu anderen und zum Glück haben die meisten Gerichte meine Gelüste erfüllt. Das sah am Anfang nämlich nicht so aus: (mehr …)

Ich war mir ja nie sicher, ob die Speisekarten, die Axel Hacke so oft zitiert, wirklich existieren. Dass es herrliche Übersetzungsfehler gibt, ist klar, aber an den Originalen hatte ich meine Zweifel. Seit neulich ist das anders: eine Leserin habe in Budapest „gebügeltes Hühnchen“ auf der Karte entdeckt. Ich war das nicht, aber: da war ich auch! Jawoll, habs mit eigenen Augen gesehen. Was das sein soll, erläuterte sich bei einem Blick auf die spanische Version der Speisekarte dieses angeblich mit bayuwarischer Küche vertrauten Restaurants: pollo a la plancha, also auf der Platte [hier vielleicht im Kontaktgrill?] gegrillte Hühnerbrust.

Wir hatten dort panierten Schafskäse mit gegrillten Auberginen (sehr mächtig, etwas salzig, aber gut) und Nürberger Roschtbratwürschtl mit Sauerkraut. Auch wieder riesige Portionen, von einem nur mäßig gut gelaunten Kellner serviert. Wahrscheinlich lag das daran, dass er die etwa 60 verschiedenen Obstler im Regal nicht selber trinken durfte.  Wie die Location heißt, weiss ich nicht mehr, aber auf der Kiraly útca in der Nähe der Teréz Körút gibt es nur dieses einschlägige Restaurant – ein Blick auf die Speisekarte lohnt allemal.

Wir sind dort eher zufällig und vollkommen ausgehungert gestrandet. Wer noch mehr Energie zum Herum(oder Zurück-)wandern hat, könnte den überaus günstigen Mittagstisch eines kleinen Restaurants am Hösök tere, gegenüber den Museen ausprobieren.

Kristallene Lüster, schwere Vorhänge, kunstvoll geschnitze Stühle, feinziselierter Deckenstuck: die Einrichtung des berühmten Café Gerbaud in Budapest am noblen Vörösmarty Tér [also am Vörösmarty-Platz] macht schon was her. Kaiserinnen und Könige haben hier bereits gespeist und ihren Kuchen verzehrt. Also nichts wie hin -zum Anschauen zumindest. Denn so hui das Äußere, so enttäuschend war, was wir letztendlich zu horrenden Preisen serviert bekamen: Einen durchschnittlich leckeren Kaffee und eine Sachertorte, die im Original-Hotel um einiges besser schmeckt – und größer ist.  Zudem wird auf der Terasse noch eine Bedienungspauschale aufgeschlagen, was ich ziemlich dreist finde, zumal die rustikal gekleideten Serviererinnen überall hin außer nach ihren Gästen schauen.  Ein Erlebnis ist es trotz alledem, doch gibt es andere Cafés, die ebenso atmosphärisch, dafür viel günstiger sind und besseren Kuchen servieren.

Café Gerbaud
Vörösmarty Tér 7
Budapest

Als ich klein war, hatten wir einen Nachbarn, der mich immer aufzog, indem er trällerte: „Die Julischka, die Julischka aus Buda Budapest, die hat ein Herz aus Paprika, das keine Ruhe läßt!“ Wieviel Wahrheitsgehalt in diesen Worten liegt, sei mal dahin gestellt, doch habe ich das lange für ein albernes Liedchen gehalten und wusste nicht so recht etwas damit anzufangen.

Die späte Erkenntnis kam beim Besuch der großen Budapester Markthalle, die schon rein architektonisch unbedingt auf der Besuchsliste stehen sollte: (mehr …)

Dont judge a book by its cover, das wusste schon Mary Poppins. Denn wenn sich ein Laden „Okay Italia“ nennt, hört sich das erstmal ziemlich grausig nach dickem, nicht durchgebackenem Teig mit fettriefendem Belag ohne Geschmack an, serviert bei Ramazotti-Gedudel. Aber wenn man den ganzen Tag Kilometer um Kilometer durch diese Metropole gelatscht ist und spät abends einen tierischen Hunger, doch auf die Optionen im Umkreis nicht so wirklich Bock hat, ist irgendwann alles egal.

Und siehe da: nur der Name ist schrecklich, innen empfängt den Besucher ein freundlicher, moderner Raum mit offenem Mauerwerk, Schieferbrunnen und allerlei jungem Publikum, das sich an den mit karierten Tüchern gedeckten Tischen die Pizza schmecken lässt. Die sieht durchweg dünn und knusprig aus und nur die hausgemachten Spinatgnocchi in Safransauce lenken mich von der Wahl des italienischen Klassikers ab. Die Gnocchi werden ebenso wie die Spaghetti Aglio Olio meines Begleiters in einer standesgemäßen ungarischen Portion serviert – gut, dass wir uns den „kleinen“ Vorspeisensalat geteilt haben. Der war auch frisch, sehr bunt und knackig. Inklusive Getränke haben wir 7500 Forint gezahlt – nicht wirklich teuer.

Sehr hilfreich: das Menu gibts auch auf englisch und italienisch. Közönöm!

Okay Italia
Szent István körút 20 (Filiale: Nyugati tér 6)
In der Nähe der Margit Hid (das ist die Brücke südlich der Margareteninsel)

www.okayitalia.hu


Gibt es was schöneres, als ein herzhaftes, höhnisches Lachen? Die gefühlten fünfhunderttausend Oleander an der Kommandantenstraße werden seit ein paar Wochen verkauft. Für nen Zehner der Topf. Erst wars zu trocken, da hingen die Köpfchen schlapp herab und jetzt sind die Bäumchen fast schon unterkühlt. Sind aber noch ne Menge da, also los, Optimisten Berlins: so günstig wirds nie wieder. Vielleicht statt Weihnachtsbaum?

Noch nicht ganz ausgereift, aber durchaus brauchbar:

http://www.vmzberlin.de/

Wichtig ist nur, dass man im Menü links die Fahrradoption anklickt.