Wenn nach langer Tour in einer eigentlich unbekannten Stadt die Erinnerung des Begleiters ein sehr nettes Plätzchen hervorkramt und man sich dort im La Leander in der Benkerstraße 1 bequem niederlassen kann; wenn dort zur Erbauung des Publikums zwei Damen auf Grammophonen Schellackplatten aufspielen, deren Musik schlagartig die Laune aller Anwesenden nochmals bessert; wenn dort auch noch eine sehr nette Bedienung die Bestellung aufnimmt – kann das übertroffen werden? (mehr …)

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Wer hätte das gedacht: Kaum seufzt man ein ganzes Jahr dem rheinischen Siebengebirge nach, entdeckt man kurz hinter Potsdam ein paar Hügel, die die Sehnsucht zu stillen vermögen. Gut, sie sind nicht so hoch und der Blick auf den Rhein muss dem Blick auf die Havel weichen. Doch sind die armen Ritter, die es dort gibt, gar köstlich.

Aber der Reihe nach: (mehr …)

… war da schonmal jemand? … irgendwie so muesste eine Kategorie heissen. Denn es geht mir ganz oft so. Entweder im Vorbeifahren oder vorbeisurfen. So wie hier, hört sich nämlich echt nett an:

http://reuterkiez.net/2008/02/26/vogel-fische-tristeza/

Zufällig bin ich gestern erst dort in der Gegend gewesen. Aber dann doch nicht in der Pannierstraße. Weiter nördlich ist momentan ja auch schon genug im Wandel. Sehr spannend, Boomstadt Berlin.

Sagenumwoben geistert die Mär der legendären Ostschrippe durch die Lande. War sie wirklich so viel besser, authentischer, lockerer, leckerer? Testen lässt sich dies in der Feinbäckerei Gabriel, einem höchstcharmanten Bäckerlädchen in Pankow. Vor der Tür ein Tisch und vier Stühle, drin nochmal so viele Sitzgelegenheiten und gleich Rechterhand des Eingangs die aquariumgleiche, recht eckige und damit sehr antiquiert-charmante Theke. Das Glas trennt uns von zig Sorten Kuchen und Teilchen, alle mit Liebe und Hingabe gefertigt, wenn auch nicht so auf Optik und Style getrimmt, wie das derzeit so gern gemacht wird. Nicht, dass ich den französisch-englischen Blümchenstyle nicht mögen würde, aber die Einfachheit der Feinbäckerei ist erfrischend.

An der Wand dahinter sind die Brotregale angebracht, auf Tischhöhe stehen Körbe voller frischer Brötchen: handgeschliffene Schrippen, die aussen leicht matt aussehen und für unser hochglanzverwöhntes Auge erstmal drüsch wirken mögen. Doch sie sind alles andere: beste elastische Konsistenz, fluffig und irgendwie echt. Für Antipuristen gibts auch Sesam-und Mohnbrötchen, zusätzlich alle Körner-Bindestrich-Brötchen, die man sich vorstellen kann. Alles handgeschliffen, ideal gegangen und gegart. Mein absoluter Favorit sind die Buchweizen-Brötchen: in keiner anderen Bäckerei habe ich sie bisher gefunden, was ein Wunder ist. Denn der hohe Lecithin-Gehalt des Buchweizen wirkt lockernd wie Eier. Sein besonderes Aroma macht die Brötchen zu idealen Begleitern für standfeste Käse, aber auch für Marmeladen aus Früchten mit Standing. Ganz großes Kino.

Feinbäckerei Gabriel
Florastr. 34
Pankow (Höhe Florapromenade)
Öffnungszeiten: wie früher – bis 18 Uhr, Samstags bis 12.

Mit Besuch im Prenzlauer Berg unterwegs, mittags mal was essen wollen — eigentlich keine große Aufgabe, aber wenn man nicht sooo viel Lust auf Kollwitz- und Helmholtzplatz-Publikum hat, muss man ein bisschen in die Nebenstraßen ausweichen.

Mein Favorit für asiatischen Mittagsschmacht ist das Tofu in der Erich-Weinert-Str. 1, 10439 Berlin.

Da ein Blog-Kollege das Essen schon ausführlich beschwärmt hat, verlinke ich diesmal einfach. Und wo wir schon dabei sind: bei der Suche nach der genauen Adresse bin ich auf einen Artikel über einen Berliner Tofuproduzenten gestoßen. Wat et hier nich allet jiibt.

In bauchigen Gläsern blubbern bunte Flüssigkeiten, es riecht geheimnisvoll und bei all den Apparaturen, Schläuchen und Kupferkesseln fühlt man sich in eine Hexenküche versetzt. Wir sind in der Berliner Likörfabrik, in einer der oberen Etagen eines alten Backsteingebäudes auf dem Gelände der Universität. Genauer: in den ehemaligen Räumlichkeiten der ehedem universitätseigenen Brauerei, heute zugehörig zum Institut für Gärungsgewerbe. (mehr …)

Ausgerechnet Bananen wolle die Dame, berichtet ein Gassenhauer aus den 1920ern. Und nicht einmal mit einem Oleander konnte der Sänger damals das Herz der Angebeteten erweichen. Vielleicht sollte er’s jetzt nochmal probieren, Vorrathätte er genug: Denn an der Ecke Kommandantenstraße/Beuthstraße in Mitte (ganz in der Nähe der neu benannten Rudi-Dutschke-Straße) entsteht grade eine Art Bar, die von zig hundert Oleanderpflanzen umgeben ist. Wären die Pflanzen nicht, könnte man fast meinen, jemand hätte den kleinen Pavillon dort inmitten der Brachen vergessen: ganz neu ist er und doch im Stil eines florentischen Kirchturms gebaut, mit Zinnen dekoriert und sandsteinfarben gehalten. Sehr hübsch und unweigerlich dazu animierend, sich ein „na, geht doch“ nicht verkneifen zu können. Endlich mal neu gebaute Häuser, die was anderes als viel Glas und Metall zu bieten haben. (Immerhin das zweite dieser Art in Berlin: auch das neue „Gesundheitszentrum“ auf der Bergmannstraße finde ich sehr gelungen und zeitlos eingepasst).

Was genau dieser Pavillon dort will, ist noch nicht genau zu erkennen. Einzige Anzeichen sind Barhocker, die im Innern fest montiert sind und eine riesige Terasse. Vielleicht ein neuer BierOleandergarten mitten in Mitte?

Nachtrag; ernüchtert:

Nun steht es fest, und auf großem Banner angekündigt: Nix Bar, nix Biergarten, sondern echt nur eine Schauwohnung der geplanten Fellini Residences, die an dieser Stelle entstehen sollen. Optisch wie ein toskanisierter Riehmers Hofgarten vorzustellen. Schade ;-(